Die verschiedenen Zweige des Ayurveda
Ayurveda ("das Wissen um das lange Leben") ist sowohl eine Wissenschaft ueber das Leben als auch eine Lebenseinstellung, die der ganzen Gesellschaft dient. Die Ziele des Ayurveda sind, die Gesundheit bei den Gesunden zu erhalten und die der Erkrankten wiederherzustellen. Die Verwendung des Begriffs "Veda" ("das Wissen") in "Ayurveda" wird von den einheimischen Autoritaeten dahingehend verstanden, daß diese Wissenschaft sowohl einen Teil der großen vedischen Textsammlungen, als auch einen Anhang zu diesen darstellt. Die vedische Literatur gilt auch westlichen Wissenschaftlern als eine der aeltesten Literaturen der Welt.
Es heißt, daß Brahma, der Schoepfer der Welt, zu Beginn der Schoepfung die Veden zusammen mit dem Ayurveda schuf und sie in einem Buch namens Brahma Samhita ("(Text-) Sammlung des Brahma") zusammenfaßte. Die Brahma Samhita , die uns heute nicht mehr ueberliefert ist, soll ueber tausend Kapitel mit insgesamt 100 000 Slokas (Versmaß mit je acht Silben in vier Versvierteln) umfaßt haben. Brahma lehrte Prajapati den Ayurveda, dieser lehrte ihn zunaechst den Aswanikumaras und dann Indra. Daraus entwickelten sich die zwei Schulen der ayurvedischen Wissenschaft - die Atreya Schule der Aerzte und die Dhanvantari Schule der Chirurgen. Der Ayurveda gilt also als aelteste der vedischen Wissenschaften.
Caraka, Susruta und Vagbhata werden als die aeltesten und wichtigsten Vertreter der ayurvedischen Medizin betrachtet, wobei Caraka von diesen der Aelteste und Vagbhata der Juengste ist. Vagbhatas Werk gruendet sich auf den Werken seiner beiden Vorgaenger.
Die verschiedenen Zweige des Ayurveda
Die ayurvedische Medizin wird auch als "Ashtanga" - "die acht Abteilungen" - bezeichnet, da sie formell in acht Abteilungen oder Zweige eingeteilt wird:
Kayacikitsa: Allgemeinmedizin. ("Kaya" bedeutet "Koerper", "Cikitsa" bedeutet "Heilkunde") Diese besteht aus Diagnose und Behandlung von Krankheiten wie Fieber, Durchfall etc. Die Caraka Samhita ist in diesem Gebiet maßgebend.
Balacikitsa oder Kaumarabhrutya: Kinderheilkunde. Hierin werden die Behandlung von Kinderkrankheiten beschrieben und Anweisungen gegeben, wie ein Kind aufgezogen werden soll, besonders in Bezug auf das Saeugen. Viele Kinderkrankheiten gehen auf Maengel in der Muttermilch zurueck, so daß die Behandlung der Mutter ein Teil der Behandlung des Kindes ist. Die Kasyapa Samhita ist der wichtigste Text in diesem Gebiet der Heilkunde.
Grahacikitsa oder Bhutavidya: Diese Abteilung der Medizin behandelt den Exorzismus von Geistern und Krankheitsdaemonen mit Hilfe von Gesaengen, Ritualen und Spruchgebeten, sowie durch Opfergaben an Goetter, Daemonen, Gandharvas (himmlische Wesen) etc., um Krankheiten, die auf den Einfluß dieser Wesen zurueckgehen, zu heilen. Besessenheit wurde als krankhafte Veraenderung des Geisteszustandes oder als Krankheit des Geistes verstanden, und um der Besessenheit entgegenzuwirken wurden Medikamente zusammen mit Hypnosebehandlungen verordnet.
Heutzutage wird diese Art der Behandlung nur noch selten durchgefuehrt.
Urdhwanga Cikitsa oder Salakya Tantra: Dieser Zweig umfaßt Diagnose und Behandlung von Krankheiten im Bereich oberhalb des Schluesselbeins, d.h. des Halses, der Ohren, Augen etc.
Salya Tantra: Aueßerliche Einfluesse, die Krankheiten bewirken, also Fremdkoerper im weitesten Sinn, die in den Koerper eindringen, werden "Salya" genannt. Diese Fremdkoerper koennen ebenso Holzsplitter wie auch Mikroorganismen sein. Das Salya Tantra ist also die Abteilung der Medizin, die sich mit durch aeußerliche Einfluesse verursachte Krankheiten befaßt. Dieser Teil der Medizin umfaßt Chirurgie und Geburtshilfe. In der chirurgischen Sektion werden Operationsmethoden fuer das Entfernen von Fremdkoerpern, wie Splittern, Stein- und Metallbrocken etc. vorgestellt. Hierzu gehoeren Erlaeuterungen zur Verwendung der verschiedenen chirurgischen Instrumente, den Methoden zum Desinfizieren der chirurgischen Geraete z. B. mit Feuer oder mit alkalischen Substanzen, der Behandlung von Wunden und Geschwueren, dem Anlegen von Verbaenden und der Behandlung von Krankheiten, die auf einen chirurgischen Eingriff folgen.
Damshtra Cikitsa oder Agata Tantra: Toxikologie. Diese Abteilung erlaeutert die Behandlung von Schlangenbissen, Spinnenstichen, Bissen von tollwuetigen Tieren etc.
Jara Cikitsa oder Rasayana Tantra: Diese Sektion behandelt die Verlaengerung des Lebens unter Erhaltung der Koerperkraft, des Erinnerungsvermoegens etc.
Vruscha Cikitsa oder Vajikarana Tantra: Die Wissenschaft der Erhaltung oder Wiederherstellung der reproduktiven Kraft. Die Behandlung wird bei Maennern angewendet, deren Samen in unzureichender Qualitaet oder Quantitaet vorhanden ist und bewirkt die Vermehrung und Reinigung des Samens sowie die Steigerung der Potenz des Mannes.
Der Namen "Ashtavaidya" leitet sich von "Ashtanga" - "achtgliedrig" = "Medizin" und "Vaidya" - "Kenner" ab. Die Ashtavaidyas sind also Kenner der obengenannten acht Abteilungen der Medizin.
Die ayurvedische Tradition kennt drei Grundkraefte im Koerper, die sogenannten
"Doshas", oder "Fehlerquellen", Vayu ("Wind"), Pitta ("Galle"
oder "Feuer") und Kapha ("Schleim" oder "Wasser"). Das Befinden eines
Menschen haengt vom Mengenverhaeltnis der Doshas untereinander ab. Sind sie
im Gleichgewicht, erhalten sie den Koerper, sind sie nicht im Gleichgewicht,
gibt es also zuviel vom einen Dosha und zuwenig vom anderen, so erkrankt der
Mensch. Die Doshas sind feinstoffliche Kraefte und nicht sichtbar. Daher ist
es eine Frage der Erfahrung, ihren Zustand anhand der Symptome des Koerpers
zu erkennen. Die Dhatus oder Elemente des Koerpers hingegen sind zumindest
teilweise mit dem Auge erkennbar. Es gibt sieben Dhatus (die Uebersetzung
in Klammern ist nur eine ungefaehre Wiedergabe der Bedeutung der einzelnen
Dhatus, da sie, wie die Doshas, auch feinstoffliche Prinzipien sind): Rasa
(Chylus), Rakta (Blut), Mamsa (Fleisch), Medas (Fett), Asthi (Knochen), Majja
(Knochenmark) und Shukra (Samen). Sie werden Dhatus ("Wurzel") genannt, da
sie die Konstituenten und die Krankheiten des Koerpers tragen.
Wenn die Gesetze der Natur nicht eingehalten werden, entstehen Krankheiten,
denn die Doshas werden in Ungleichgewicht gebracht.
Es gibt keine Wirkung ohne Ursache. In der ayurvedischen Medizin ist die Ursache der Krankheit von groeßerer Bedeutung als das Symptom. Krankheiten werden geheilt, indem ihre Ursache identifiziert wird und somit beseitigt werden kann.
Es gibt zwei Arten der ayurvedischen Behandlung: Samana und Sodhana. Bei der Samana Behandlung werden nicht-chronische Krankheiten durch Medikamente geheilt. Bei der Sodhana Behandlung werden die Doshas in den Nahrungskanal gezogen und durch Panchakarmabehandlungen gereinigt. Panchakarma besteht aus fuenf Behandlungsmethoden, Vasti, Virecana , Vamana, Nasya und Raktamoksha (Einlauf, Abfuehrmittel, Brechmittel, Nasenreinigung und Aderlaß).
Wissenschaften, wie sie in den Sastras dokumentiert sind, gelten der indischen Tradition als autoritativ. Jede Aussage in ihnen wird als wahr postuliert. Diese Wissenschaften ergaenzen sich gegenseitig und koennen daher nicht als separate Einzeldisziplinen verstanden werden.
Nach ayurvedischer Tradition koennen Krankheiten auch die Folge von schlechten Taten sein, die man in vorhergehenden Leben begangen hat. Der Ayurveda hat ein sehr weit gefaßtes Konzept von medizinischer Behandlung, so daß auch andere Disziplinen, wie etwa die Astrologie oder die Vastuvidya ("Das Wissen um die Baukunst" - das indische Feng shui) als fuer die Behandlung relevant angesehen werden. Daher ist es nicht unueblich, daß ein ayurvedischer Arzt einen Patienten mit ernsthaften Krankheiten, dessen Behandlung nicht anschlaegt, zum Astrologen schickt, um sein Horoskop zu erstellen. Krankheit wird hier als Folge von unguenstigen Sternkonstellationen verstanden, woraus sich die Notwendigkeit einer der jeweiligen Konstellation angepassten Medikation ergibt. Die Berechnung der horoskopischen Daten (Prasna) und das ausgearbeitete Horoskop geben dem Astrologen Auskunft ueber die fuer diesen speziellen Patienten sinnvollen Maßnahmen, die nicht nur auf ayurvedische Behandlungsweisen beschraenkt sind, sondern auch ritueller Natur sein koennen. Havanas (Feueropfer), Mantrajapa (das Murmeln von Spruchgebeten), Dana (Geschenke an heilige Personen) oder besondere Gaben an Goetter etc. sind einige der vom Astrologen verwendeten "Heilmethoden". Die vom Astrologen vorgeschlagene Behandlung wird Daivavyapasraya genannt.
Das Wort "Daivam", das eigentlich "goettlich" bedeutet, bezieht sich in diesem Kontext auf die Folgen der in vorherigen Leben begangenen guten und schlechten Taten. Ein im Westen bekannterer Begriff hierfuer ist "Karma". "Vyapasraya" bedeutet "sich beziehen auf" Dementsprechend ist Daivavyapasraya Chikitsa eine Heilkunde, deren Ziel das Abwenden von Krankheiten ist, deren Ursache "karmisch" ist.
So kann es durchaus vorkommen,daß Thaikkattu Mooss seine Patienten zu dem Astrologen Kanippayyur Namboothiripad fuer eine Daivavyapasraya Beratung und Behandlung schickt. Und umgekehrt ist es ebenso ueblich, daß Kanippayyur Namboothiripad seine Klienten zu Thaikkattu Mooss fuer eine ayurvedische Behandlung schickt, wenn er in ihren Horoskopen Hinweise auf moeglicherweise bevorstehende Krankheiten findet.
Es gibt ein bengalisches Buch mit dem Titel "Astrologie und Ayurveda", worin medizinische Mittel als einzig wirksame Heilmittel gegen unguenstige Planetenkonstellationen beschrieben werden! Anstatt also Japas, Homas oder Danas zu verschreiben, soll der Astrologe die systematische Einnahme von medizinischen Praeparaten oder sogar das Tragen von medizinischen Substanzen auf dem Koerper verordnen. Hierin zeigt sich die Interrelation von Ayurveda und Astrologie deutlich.
Ein besonders wichtiges Gebiet des Ayurveda ist die Lehre von der therapeutischen
Wirkung verschiedener Nahrungsmittel. Die Nahrungstheorie des Ayurveda basiert
darauf, daß jedem Nahrungsmittel fuenf Eigenschaften zugewiesen sind, naemlich:
Rasa, Guna, Veerya, Vipaka und Prabhava.
Rasa bedeutet Geschmack. Es gibt sechs Geschmacksrichtungen: sueß, sauer, salzig, bitter, scharf und astringierend (=zusammenziehend, wie z.B. Quitte).
Guna ist die Qualitaet. Man unterscheidet in 20 verschiedene Gunas, die die jeweilige Substanz naeher definiert. Z. B. kann eine Substanz schwer (guru) oder leicht (laghu), fettig (snigdha) oder trocken (ruksha) sein. Diese Eigenschaften weisen auf die Wirkung der Substanz hin.
Veerya bedeutet Kraft. Man unterscheidet in erhitzende und kuehlende Kraft - Ushna-veerya und Seeta-veerya.
Vipaka bedeutet Verdautes. Dies bezieht sich auf die Veraenderung, die eine medizinische Substanz unterlaeuft, wenn sie der inneren Hitze und den Verdauungsprozessen des Koerpers ausgesetzt ist. Die medizinische Wirkung einer Substanz veraendert sich z.B. durch den chemischen Prozeß, wenn sie mit der Magensaeure in Kontakt kommt.
Prabhava oder innere Eigenschaft. Das Prabhava ist die eigentlich aktive Kraft einer Substanz, die nicht durch Rasa, Guna, Veerya oder Vipaka bestimmt werden kann. Die Wirkung dieser Kraft auf die Doshas ist nicht genau vorhersagbar.
Vasti oder Einlauf: Vasti wird vor allem bei Krankheiten angewendet,
die mit dem Dosha Vata verbunden sind, doch ist es auch bei anderen Krankheiten
wirksam. Es gibt zwei Arten von Vasti-Behandlungen: Asthapana vasti und Anuvasana
vasti. Beim Asthapana vasti wird ein Pflanzensud (Kashaya) fuer den Einlauf
verwendet. Das Anuvasana vasti ist hingegen ein oeliges Klistier.
Virecana oder Purgieren: Dies ist eine ebenso wichtige Sodhana Behandlung, die vor allem fuer mit Pitta zusamenhaengenden Krankheiten angewendet wird. Sie kann auch bei mit Kapha verbundenen Krankheiten angewendet werden, bei auf Vata bezogenen Krankheiten ist diese Form der Behandlung hingegen unwirksam. Virecana ist bei Gelbsucht, Fallsucht, Hautkrankheiten, Geschwueren etc. wirksam.
Vamanam oder Brechtherapie: Dies Behandlung ist bei mit Kapha zusammenhaengenden Krankheiten anzuwenden, bei Krankheiten, die mit den anderen Doshas verbunden sind, ist sie nicht wirksam. Vamanam hilft z.B. bei Hautkrankheiten und bei Vergiftung.
Nasyam oder Behandlung durch die Nase. Diese Therapie wird bei Krankheitssymptomen im Bereich oberhalb des Nackens angewendet. Hierfuer wird mit Pflanzenextrakten zubereitetes Oel oder Ghee (Butterschmalz) verwendet, manchmal auch Coornams (Pflanzenpulver). Man unterscheidet in zwei Arten der Nasya behandlung - Marsa nasyam und Pratimarsa nasyam. Marsa nasyam wird bei chronischen Krankheiten angewendet, die Wirksamkeit basiert auf der genauen Einhaltung von verschiedenen Vorgaben (z.B. bez. der Nahrung). Man nimmt große Mengen der medizinischen Substanz ein, und die Wirkung setzt schnell ein. Pratimarsa wird in viel kleineren Dosen verabreicht und die Therapie braucht entsprechend laenger, es sind aber weniger Vorgaben einzuhalten.
Rakta moksham oder Aderlaß: Mit dieser Behandlung soll der Patient von schlechtem Blut befreit werden. Sie wird hauptsaechlich bei mit Pitta verbundenen Krankheiten angewendet. Manchmal wird der Aderlaß auch bei Hautkrankheiten durchgefuehrt. Diese Therapie wird von allen fuenf Behandlungsmethoden am seltensten durchgefuehrt, ist aber sehr wirksam.
Studien zur Geschichte und Literatur Keralas verdeutlichen, wie weit entwickelt
die Gesellschaft des alten Kerala war.
Ayurveda - die Wissenschaft vom langen Leben - wird seit Urzeiten in Kerala praktiziert. Waehrend in anderen Teilen Keralas viele der Heilpflanzen nicht mehr wachsen, ist die Pflanzenwelt an der Westkueste Keralas noch weitgehend intakt. Durch guenstige klimatische Bedingungen wachsen Heilpflanzen hier wild und in großen Mengen.
Die Ashtangahrdayasamhita und der Ashtangasamgraha, die beiden großen medizinischen Kompendien des Vagbhata, eines der drei bedeutsamen Aerzte des Altertums, werden in Kerala als Standardwerke der Medizin verwendet. Die besondere Stellung, die Kerala innerhalb Indiens in Bezug auf den Ayurveda einnimmt, beruht auf den besonderen Behandlungsmethoden, die hier entwickelt wurden. Diese speziellen Behandlungsweisen haben sich als besonders effektiv erwiesen, auch bei Krankheiten, bei denen andere ayurvedische Therapien versagen. Man kennt diese Behandlungsweisen in Kerala unter dem allgemeinen Begriff "Sneha Kriyas". Diese Sneha Kriyas - "Fettbehandlungen" werden eingeteilt in Dhara, Kizhi, Pizhikil, Navara kizhi usw. Diese Behandlungsmethoden werden vor den eigentlichen Panchakarmatherapien angewendet, um die verunreinigten Doshas in den Nahrungskanal zu bringen.
Pindasweda (Navara kizhi): Schwitztherapie. Hierbei werden verschiedene Arten von medizinischen Breis verwendet, die mit einem Tuch zu einem Buendel gefaßt werden und so mit einer Art Massage auf den Koerper appliziert werden. Wenn diese Behandlung richtig durchgefuehrt wird, ist ihre Wirksamkeit vielfaeltig. Der Koerper wird weich und entspannt, die Gelenke verlieren ihre Steifheit, die durch verunreinigtes Vata verursacht wurde und die Blutzirkulation wird angeregt.
Annalepana: Hierbei wird der ganze Koerper zum Schwitzen gebracht, indem man einen Reisbrei direkt auf die Haut auftraegt. Der Brei wird aus einer speziellen Reissorte, die besonders reich an Kalzium ist, Milch und einem Pflanzensud aus Bala (Sida cordifolia) hergestellt. Die Behandlung heilt verschiedene Krankheiten, die auf verunreinigtes Vata zurueckgehen, wie Steifheit und Schmerzen in den Gelenken, Abmagerung und allgemeine Debilitaet.
Kayaseka (Pizhichil): Der Koerper wird hierbei durch das sanfte Verreiben von warmem medizinischen Oel zum Schwitzen gebracht. Dies ist die beste der Sneha (Fett) Anwendungen und wird bei allen nervoesen Stoerungen durchgefuehrt. Sie wird auch bei Knochenbruechen angewendet.
Sirovasthi: Hierbei wird warmes, mit medizinischen Substanzen angereichertes Oel auf den Kopf aufgetragen. Man bedient sich einer Art Hut, die die recht große Menge Oel, die hierbei verwendet wird, auf dem Kopf zu behalten. Das Oel soll einen bestimmten Zeitraum auf dem Kopf bleiben, je nach Zeitdauer ist der Effekt anders. Diese Behandlung ist besonders wirksam bei Prasupti (andauernder Taubheit in bestimmten Bereichen des Koerpers), Gesichtslaehmung, Schlaflosigkeit, schweren Kopfschmerzen etc.
Siraseka oder Sirodhara: Hierbei wird erwaermtes Oel ueber einen laengeren Zeitraum auf die Stirn gegossen. Dies hilft bei Arumshika (einer Art Hautkrankheit auf dem Kopf), Kopfschmerzen, Hautbrennen etc. In bestimmten Faellen werden anstatt von Oel Buttermilch (Takra), mit Heilpflanzen praeparierte Milch (Ksheera) oder ein Pflanzensud (Kashaya) verwendet. Diese Behandlungen werden dann entsprechend Takradhara, Ksheeradhara und Kashayadhara genannt.
Sirolepana: Hierbei werden pflanzliche Pasten in einer bestimmten Weise auf den Kopf aufgetragen. Diese Behandlung hat dieselbe Wirkung wie Takradhara, aber in einem geringeren Ausmaß. Sie verbessert die Sicht und hilft bei Schlaflosigkeit.
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